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Herkunft, Aufgabe und Integration des Egos

(c) pixabay.de

Entstehung des Egos

Das Ego ist nicht angeboren. Es entwickelt sich erst im Laufe der frühen Kindheit (bis zum 2 – 3 Lebensjahr) parallel zum Erwachen des ICH-Bewusstseins. Es besitzt keine primäre Existenz, die mit der Geburt einhergeht. Vielmehr handelt es sich dabei um ein Gedanken-Konzept des Bewusstseins, mit dessen Hilfe sich das ICH in der dreidimensionalen Welt zurecht finden kann.

Das Ego gilt als Instrument der Psyche. Sein Ziel ist es die Kontrolle von dem zu behalten, was geschieht. Es dient der Abgrenzung vom Umfeld und der Vertretung persönlicher, also egozentrischer Interessen. Am Deutlichsten zeigt sich das Ego bei Konflikten. Es ist dieser kämpferische Widerstand, dieses Gefühl unbedingt recht behalten zu müssen und seine Meinung auf biegen und brechen zu verteidigen. Es gleicht einem Revierkampf, den wir sehr oft in der Tierwelt beobachten können. Dahinter steht sehr oft die Angst unrecht zu haben, unintelligenter, ungebildeter, unvollkommener zu sein als jemand anderer. Und das würde unseren „(Selbst-) Wert“ mindern. In Anbetracht dessen, dass wir eines der größten Wunder und Mysterien des gesamten Universums sind, eigentlich ein „verwunderliches“ Verhalten, das uns erst verwundbar macht.

Aufgaben des Egos:

  • Es identifiziert sich mit der Person, als die man seinem Umfeld begegnet.
  • Es ist Werkzeug und Anwalt der eigenen Person im Umgang mit der Welt.
  • Es erhebt Ansprüche, kämpft um Positionen, Rechte und Anerkennung.
  • Es wehrt unliebsame Einflüsse von außen ab.
  • Es ist vergleichbar mit einem treuen Hund, der die Interessen, Meinungen, Verhaltensmuster und Denkmuster mit aller Kraft verteidigt und durchzusetzen versucht.

Aufgrund der angeführten Aufgaben gerät es in Verdacht etwas böses zu sein, dass uns vom großen Ganzen trennt. Daraus resultiert die Vorstellung, dass man als guter Mensch sein Ego bekämpfen muss. Das Paradoxon an dieser Sache ist allerdings, dass je mehr man versucht sein Ego zu bekämpfen desto mehr Energie bekommt es, desto größer wird es. Die Katze beißt sich somit in den Schwanz.

Positive Aspekte des Egos:

Das Ego hat auch gewisse Vorteile. Es ist eine notwendige Bedingung der biologischen Evolution. Die Entwicklung der Arten ging Hand in Hand mit diesem Phänomens des Egos: der Bereitschaft biologischer Strukturen, im Interesse ihrer selbst rücksichtslos zu sein. Das gilt für röhrende Hirsche während der Brunftzeit genauso wie für Zuckererbsen im Gemüsebeet. Man wird dort keine Erbse finden, die bereit wäre, zum Vorteil ihrer Miterbsen auf den hellsten Platz im Gemüsebeet zu verzichten.

Diese Beispiele sind aber kein Freifahrtsschein sein Ego-Verhalten zu rechtfertigen und dieses sogar noch zu forcieren. Vielmehr geht es darum zu lernen wie man das Ego zum Wohle aller einsetzt. Weniger über die Ellenbogen, sowie es in der „Ellbogen-Gesellschaft“ Gang und Gäbe wäre, sondern vermehrt im Einklang mit seinem Herzen zu handeln und somit stimmig zu sein.

Integration des Egos:

Mein Vorschlag wäre sich in erster Linie mal seinem Ego bewusst zu werden und dieses Denkkonzept zu verinnerlichen. Wer sein Ego erkennt, hört auf, sich mit ihm zu verwechseln. Wer es sieht, kann es sein lassen und dadurch zu sich selbst zurückkehren. Das Mittel der Wahl alles sein zu lassen ist: Meditation.

Im Speziellen empfehle ich hierbei die Spiegel-Meditation.

Die Spiegel-Meditation

In der Spiegel-Meditation sitzt du dich bequem in deiner bevorzugten Meditation-Position vor einen Spiegel. Dann blickst du in den Spiegel und blickst in die Augen deines Spiegelbildes. Du bleibst mit deiner Aufmerksamkeit weiterhin bei deinem Atem und blickst entspannt in die Augen deines Spiegelbildes. Mit der Zeit wirst du vermutlich merken, dass sich das Bild im Spiegel verändert, so als wäre es in Bewegung. Bleib weiterhin ruhig und gelassen und beobachte wie ein Aussenstehender dein Spiegelbild. Nimm einfach wahr und beobachte was geschieht. Nach ca. 15 Minuten (stell dir dafür den Timer, z.Bsp. am im Flugmodus befindlichen Handy) kannst du diese Sitzung beenden. Nimm deinen Atem wahr, spüre deinen Körper und kehre bewusst ins Hier und Jetzt zurück.

Eine weitere Strategie, die ich selbst auch immer wieder anwende, wenn eine Entscheidung anfällt oder das Potential für einen Konflikt im Raum steht, ist sich in diesem Moment die Frage zu stellen: „was würde die Liebe jetzt machen?“ Dies verändert deine Wahrnehmung und verlagert sie automatisch in dein Herz. Dort wo das Ego nicht zu finden ist!